Das Abenteuer: auf Skiwanderung in Grönland
Fernab des Schiffes, auf Skiern durch endloses Weiß: Ein PONANT Team erkundet Grönlands Nordostküste zu Fuß, besucht Inuit-Gemeinden und verbringt Nächte auf dem Packeis – eine Erkundung, die zeigt, wie tief eine Reise gehen kann.
Wie wir das Polar Trek Abenteuer für unsere Gäste möglich machen: eine Polarexpedition auf Langlaufskiern durch das endlose Eis des hohen Nordens
Die Erkundung der Welt ist unser Antrieb: PONANT Explorations möchte Erfahrungen ermöglichen, die noch näher an das Wesentliche führen, die unsere Welt auf einzigartige und besondere Weise erfahrbar machen. Im Jahr 2022 nahmen einige Teams von PONANT daher Kurs auf die Nordostküste Grönlands, deren Ufer zu dieser Jahreszeit noch von Eis bedeckt sind. Ihr Auftrag: die hier ansässigen Inuit-Gemeinden besuchen und sich dem einzigartigen Abenteuer einer Polarexpedition auf Langlaufskiern stellen, um herauszufinden, ob ein solches Abenteuer auch für andere Grönland-Reisende geeignet ist.
Die Idee: Erlebnisse in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung schaffen
Bevor die Gäste selbst zu Protagonisten ihrer Reise werden, geht das Team vor Ort in Vorleistung. Begleitet von einheimischen Guides gehen die Mitarbeitenden auf die Menschen zu, erproben neue Routen und prüfen die Sicherheit. Sie testen die entwickelten Erlebnisse und schätzen ein, wie viel körperlichen und mentalen Einsatz sie den Teilnehmern abverlangen. Diesmal lautete das Ziel: das Schiff für eine zweitägige Polarexpedition im Nordosten Grönlands zu verlassen, gemeinsam mit Ole, einem Inuit-Guide. Geleitet wurde diese neuartige Expedition von Nicolas Dubreuil, Operations Director bei SEDNA und Spezialist für Polarexpeditionen.
Die Le Commandant Charcot erlaubt es uns, bislang unzugängliche Gegenden zu erreichen, dort das Schiff zu verlassen und die Destination in ihrer ganzen Tiefe zu erkunden. Der lokalen Kultur der isoliertesten Bewohner des hohen Nordens noch näherzukommen.
Das Abenteuer beginnt an Bord: erste Begegnungen, erste Vorbereitungen
An diesem Montag, dem 23. Mai 2022, betreten die auserwählten Teammitglieder die Gangway der Le Commandant Charcot. Eine Gruppe von PONANT Mitarbeitenden mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, alle in guter körperlicher Verfassung und leidenschaftliche Wanderer, begleitet von erfahrenen Guides – Spezialisten für Inuit-Gemeinschaften und Hochgebirge. Unter ihnen Ole, gebürtig aus Kullorsuaq in Grönland und Kenner des Packeises, sowie ein Arzt. Die Stimmung ist gelassen, entspannt. In den Gesichtern freudige Erwartung. Auch ein wenig Nervosität, das lässt sich nicht vermeiden. Vor allem aber: jede Menge Vorfreude! Die Vorfreude, gemeinsam unterwegs zu sein, wenige Tage vor einer Erfahrung, von der alle wissen, dass sie besonders werden wird. Diese ersten Momente dienen dem Kennenlernen – wertvolle Gelegenheiten, um als Gruppe zusammenzuwachsen.
Kaum an Bord, beginnt das Abenteuer schon. Auf der Brücke, dem Nervenzentrum des Schiffes, teilt der Kapitän in Echtzeit seine Überlegungen zur Wahl möglicher Anlande- und Erkundungsorte. „Wir peilen einen Standort am Fuß eines Gletschers im Königin-Christian-IX.-Land an“, erklärt Kapitän Étienne Garcia. Auf einmal wird alles sehr konkret! Und noch konkreter, als das Schiff gegen Ende des Tages auf die ersten Eisschollen trifft. „Wir befinden uns im Unbekannten, in der Erkundung“, schwärmt Benoît Carassou-Maillan. Es gilt nun, mit den Unwägbarkeiten der Polarregionen umzugehen, sich anzupassen und Wege zu finden, um den richtigen Startpunkt zu erreichen. Und Ole erinnert die Gruppe an ein altes Sprichwort der Inuit: „Nur das Eis und die Zeit regieren hier.“ Diese Unberechenbarkeit zwingt die Le Commandant Charcot, einen Kurs einzuschlagen, der etwas weiter nördlich entlang führt als eigentlich geplant – die Gelegenheit für eine beeindruckende Fahrt mitten durchs Eis.
Erste Gleitversuche auf dem Packeis
Schließlich etwas weiter südlich positioniert, hält die Le Commandant Charcot an einer ausreichend großen Eisscholle an, um eine erste Anlandung auf dem Packeis und die Einweisung in die Ausrüstung zu ermöglichen. Auf dem Programm: Anlegen mit dem Zodiac, Zeltaufbau und Sicherheitsübung für den Fall eines Sturzes ins Wasser. Geschützt durch einen Trockenanzug wirft sich jeder Teilnehmer ins Wasser und übt die Technik, sich mithilfe eines Seils zurück aufs Eis zu ziehen. Zum Aufwärmen gibt es nichts Besseres als die Kraftspiele, in die Ole die Gruppe einführt.
Am folgenden Tag, angelandet auf einer riesigen Eisscholle, geht das Team einen Schritt weiter und macht sich mit den Langlaufskiern und dem Ziehen des Pulka vertraut – jenem rund zwanzig Kilogramm schweren Schlitten, der alles enthält, was ein Abenteurer für die Selbstversorgung braucht: Verpflegung, Schlafsack, Zelt, Handschuhe für extreme Kälte, Stirnlampe, Schaufel … Kaum hat die Gruppe die Le Commandant Charcot verlassen und gleitet im sanften Licht des beginnenden Abends dahin, stellt sich ein berauschendes Gefühl von Freiheit ein. Die Kulisse ist überwältigend: weite weiße Flächen, vereiste Felsrücken und verschneite Gipfel.
Nach diesen zwei Vorbereitungsanlandungen wächst die Intensität spürbar. „Trotzdem können sich die Eiswanderer vor dem großen Aufbruch schon etwas sicherer fühlen“, erzählt eines der Gruppenmitglieder. Denn am nächsten Tag ist es so weit. Treffpunkt an Deck um 8 Uhr für ein Briefing beim Frühstück, bevor es auf eine dreitägige, in Eigenregie durchgeführte Polarexpedition mit zwei Übernachtungen fernab jeder Zivilisation auf dem Packeis geht.
Polarexpedition auf Langlaufskiern: der Schritt ins Unbekannte
Die Le Commandant Charcot findet schließlich den idealen Ausgangspunkt für die Polarexpedition: gegenüber dem nördlichsten Dorf an der Ostküste des Landes, Ittoqqortoormiit, für die Einheimischen kurz „Itto“ – 400 Seelen, ein Drittel der Bevölkerung Ostgrönlands. Welch ein Anblick, dieses vom Eis umschlossene Dorf! Die Pulkas aufgereiht, die Skier angeschnallt, es ist Zeit für das Briefing. Ziel: das Dorf Unnartoq, bevor es kurz zurück nach Itto und dann weiter in Richtung Berge geht. Doch auch hier gilt, wie Ole sagen würde: „Immaqa“ – auf Inuktitut „vielleicht“. Die Natur entscheidet, was möglich ist. Im Kontakt mit ihrem Inuit-Guide lernt die Gruppe, im Moment zu leben, den Augenblick zu genießen. Und an diesem Tag stimmt einfach alles für eine besondere Erfahrung. Jeder in seinem eigenen Tempo. Es geht nicht darum, wer schneller ist, sondern darum, als Gruppe von Skiwanderern zusammenzufinden. Nicht zuletzt auch: den Kontakt mit sich selbst wiederzufinden.
Ein Guide führt die Gruppe an, ein anderer bildet den Schluss, und reihum darf jeder einmal vorangehen. 45 Minuten gehen und gleiten, eine Pause, etwas trinken, eine Kleinigkeit essen und … weiter geht’s. Diese Polarexpedition gibt jedem die Gelegenheit, sich ganz auf eine neue Erfahrung in der Natur und eine jahrhundertealte Kultur einzulassen.
Tag 1 – Begegnungen mit den Inuit im Land der Bären
Auf dem Weg nach Unnartoq, einem alten, noch bewohnten Jägerdorf. Die Gruppe kommt stetig auf dem Packeis voran. Ein sanftes Warmwerden, bevor sich das Gelände entlang eines Hügels langsam hebt. Dann die ersten Schwierigkeiten: den Pulka bergauf zu bändigen … und bergab erst recht! Bald erreicht die Expedition Unnartoq. Bunte Häuser thronen über einem zugefrorenen Meer. Die ersten Dorfbewohner kommen den Besuchern entgegen. Die Gelegenheit für ein erstes „Aluu, qanorippit?“ – „Hallo, wie geht’s?“ Auf den Balkonen trocknen Bärenfelle in der Sonne. Jäger kehren mit Skidoos voller Robben zurück. Gerüche, Farben … Voller Staunen betritt die Gruppe das Dorf, während das Schiff hinter ihnen langsam immer kleiner wird.
Am Ortsausgang von Unnartoq, auf einem Plateau mit Blick auf die Einfahrt zum Scoresbysund, schlägt die Gruppe ihr Lager für die erste Polarnacht auf. Die Zweierteams sind eifrig beschäftigt. Die Stimmung ist herzlich. Beim Aufbau der Zelte und beim Bau von Eisbänken für die Mahlzeit unter einem gemeinsamen Zelt wächst die Gruppe noch enger zusammen. Am Lagerfeuerabend teilen die Weggefährten besondere Momente mit Ole, der ihnen traditionelle Inuit-Melodien vorsummt. Darunter jenes Lied, das ihm seine Mutter gewidmet hat – eine Ode an das Leben, gedacht, um die Trauer über den Verlust eines Bruders zu lindern. Bewegende Augenblicke der Verbundenheit, bevor es in die Zelte geht. Nun gilt es, die Nachtwache zu organisieren. „Vergessen wir nicht, dass wir uns im Land der Bären befinden“, betont einer der Guides. So übernimmt jeder eine Wache, das Fernglas in der Hand, den Horizont im Blick. Eine Aufgabe, die ernst genommen werden will, und eine emotional intensive, fast unwirkliche Erfahrung, die durch stille Momente in der Polarnacht im Licht der Mitternachtssonne noch verstärkt wird.
Tag 2 – Gehen, weiter gehen, über sich hinauswachsen
Beim Aufwachen am frühen Morgen liegt ein Lächeln auf allen Gesichtern. Jeder scheint glücklich, gemeinsam hier zu sein. Mit Schnee wird das Wasser fürs Frühstück zubereitet. Ole summt noch ein paar seiner sanften Weisen – und dann heißt es aufbrechen. Nach dem ersten Kontakt mit der Polarwelt macht sich die Gruppe auf den Weg in die Berge, den Spuren der Inuit-Jäger folgend. Ringsum eine unbeschreibliche Landschaft und eine überwältigende Stille, kaum unterbrochen vom fernen Bellen der Schlittenhunde im Tal. Der Weg führt an einem zugefrorenen, schneebedeckten See vorbei, an dem vereinzelt Fischerhütten stehen. Es ist warm. Die Sonne brennt. Wer hätte das gedacht? Die Anstrengung wird spürbar härter. Die Pulkas wiegen schwerer. Die Reihe löst sich auf, die Abstände wachsen. Die Köpfe senken sich. Man stützt sich, man ermutigt sich gegenseitig. Jetzt zählen Einsatz, Zusammenhalt und der Wille, über sich hinauszuwachsen. Ein echter Kraftakt, auch für den Kopf! Bald verliert die Gruppe das Schiff endgültig aus den Augen. Nun stehen sie allein der weißen, wilden Weite gegenüber. Das Schiff nicht mehr zu sehen bedeutet, den eigenen Platz in der wilden Natur wiederzufinden: Packeis, so weit das Auge reicht, und in der Ferne die zerklüfteten Berge des Scoresbysunds.
Doch es ist keine Zeit zu verlieren, das Lager muss aufgebaut, es muss geschlafen und nach Bären Ausschau gehalten werden: Eine gewisse Vertrautheit stellt sich ein. Die Handgriffe werden sicherer, instinktiver. Auch die Müdigkeit zeigt sich in den Gesichtern, doch die gute Laune der Gruppe ist ungetrübt. Das Abendessen bleibt dieser gesellige Moment voller Lächeln, Lachen und Gespräche. Man öffnet sich noch ein Stück mehr als am Vortag.
5 Uhr morgens – die Motiviertesten rüsten sich für einen letzten Aufstieg, bevor es zurück zum Schiff geht. Ein Anstieg auf Skiern, diesmal ohne Pulka. Am Gipfel die Aussicht auf mehr Berge, mehr verschneite Hänge, mehr Gipfel. Grandios! Es ist Zeit, sich für die letzte Etappe zurück zur Le Commandant Charcot bereitzumachen. Zunächst gönnt sich die Gruppe eine ausgelassene Rodelfahrt, auf den Pulkas sitzend, bei einer Abfahrt über 250 Höhenmeter. Ein unbeschreibliches Vergnügen!
Vor allem ein einzigartiges Abenteuer
Nach und nach kehrt die Zivilisation zurück. Erst das Heulen der Hunde, dann der Lärm der Skidoos und die Häuser von Ittoqqortoormiit. Die Rückkehr hinterlässt bei den Abenteurern ein Gefühl der Wehmut, aus der Bahn geworfen von dem, was sie gerade gemeinsam erlebt haben. Selbst nach der Rückkehr zum Schiff, in der Geborgenheit der gewohnten Annehmlichkeiten, ist jeder noch mit den Gedanken woanders. Noch eine Weile. Es wird Zeit brauchen, um von diesem Abenteuer wieder in den Alltag zurückzufinden. Eine Gewissheit bleibt dennoch: gemeinsam berührt worden zu sein von dieser reinen, kraftvollen und wilden Natur, in der man selbst nur zu Gast ist. Und die Gewissheit, an der Begegnung mit dem anderen gewachsen zu sein, genährt von der Weisheit der Inuit, eine einzigartige, fast unwirkliche menschliche Erfahrung geteilt zu haben. Das Abenteuer eines Lebens!
Am Abend sitze ich in einem Sessel des Observatoriums, den Blick nach draußen gerichtet. Das Licht des Abends fällt auf ein Eis, das in Flammen zu stehen scheint, und ich versinke darin. Ich stelle mir vor, auf der anderen Seite der Scheibe zu sein. Für einen Augenblick, privilegiert unter Privilegierten, habe ich das Gefühl zu verstehen, was dort draußen geschieht.
Sehen Sie unser Video über dieses außergewöhnliche Abenteuer:
Bildnachweise: Julien Fabro / Morgane Monneret
Die Arktis entdecken mit PONANT
Erleben Sie einzigartige Abenteuer auf einer Grönland-Kreuzfahrt mit dem Luxus-Eisbrecher Le Commandant Charcot.


