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Ilulissat, die Hauptstadt der Eisberge

Ilulissat Groenland

Fjorde, Gletscher und Eisberge

An der Westküste Grönlands, rund 250 Kilometer nördlich des Polarkreises, liegt Ilulissat. Mitten in der Diskobucht wacht diese kleine Küstenstadt über den Eingang zum Isfjord – eine beeindruckende Meerenge, durch die das Eis des Sermeq Kujalleq langsam und unaufhaltsam ins Meer gleitet. Der Sermeq Kujalleq gilt als einer der aktivsten Gletscher der Welt.

Ilulissat, die Perle der Diskobucht

Nur über den See- oder Luftweg zu erreichen, empfängt Ilulissat seine Gäste mit einem Bild, das sich einprägt: das strahlende Weiß der Berge und Eisberge, davor die bunten Häuserfronten in Rot, Schwarz, Blau, Grün und Gelb. Ursprünglich waren diese Farben kein dekoratives Konzept, sondern ein praktisches: Schon von Weitem konnte man am Anstrich erkennen, welchem Beruf der Bewohner nachging.

Im Winter liegt Ilulissat still in schneebedeckter Ruhe. Im Sommer aber verwandelt sich die Stadt. Unter der Mitternachtssonne spielt das Leben bis weit in den Abend – Familien unternehmen Ausflüge, auf den Plätzen wird Fußball gespielt, im Hafen arbeiten Fischer, die ihrem Handwerk so nachgehen wie Generationen vor ihnen. Fischfang und Jagd bestimmen den Rhythmus des Alltags. Die rund 5.000 Einwohner sind tief in der Inuit-Tradition verwurzelt – und man spürt das.

Häuser Ilulissat Grönland

Ilulissat, Heimat von Knud Rasmussen

Ilulissat hieß noch Jakobshavn, als Knud Rasmussen dort 1879 das Licht der Welt erblickte. Der dänische Entdecker und Anthropologe gilt als „Vater der Eskimologie”. Gemeinsam mit Peter Freuchen gründete er den Handelsposten Thule in Uummannaq nahe Kap York – eine Region, die in der Geschichte der Polarforschung einen besonderen Platz einnimmt: Hier wirkten Entdecker wie Robert Peary, Paul-Émile Victor und Jean Malaurie. Von diesem Stützpunkt aus organisierte Rasmussen seine berühmten Thule-Expeditionen. Die fünfte führte ihn per Hundeschlitten durch die Nordwestpassage bis nach Alaska. In Ilulissat ist das Elternhaus des Entdeckers heute das Kulturhistorische Museum der Stadt.

Auf den Spuren der Vorfahren

Das Tal von Sermermiut – „jene, die in der Nähe des Gletschers leben” – liegt unmittelbar am Rand von Ilulissat, wo das Land zum Isfjord hin abfällt. Es ist einer der bedeutendsten archäologischen Orte Grönlands. Über 4.000 Jahre lang lebten hier verschiedene Inuit-Völker und hinterließen Spuren, die bis ins Jahr 1400 v. Chr. zurückreichen: Überreste der Saqqaq-, Dorset- und Thule-Kulturen. Als eine dänische Expedition 1727 erstmals hierher gelangte, zählte das Dorf noch 250 Bewohner. Wenige Jahre später, 1741, gründeten dänische Missionare das heutige Ilulissat in unmittelbarer Nähe – und benannten es nach dem Kaufmann Jacob Severin Jakobshavn.

Vom Gipfel von Sermermiut, dem Aussichtspunkt Nakkaavik, öffnet sich ein Panorama, das jeden Besucher nachhaltig beeindruckt: Weite Flächen arktischer Vegetation, umgeben von Bergen – und darunter, direkt zu Füßen, das Eis des Isfjords.

Ilulissat Eisfjord Grönland

Ilulissat, Tor zum Isfjord

Ilulissat bedeutet auf Grönländisch „Gletscher” – und der Name ist Programm. Der Hafen liegt unmittelbar am Eingang des Isfjords, der Mündung des gewaltigen Sermeq Kujalleq. Der Eisfjord von Ilulissat ist als UNESCO-Welterbe geschützt, drei bis sechs Kilometer breit, sechzig Kilometer lang – und verliert jedes Jahr rund 20 Milliarden Tonnen Eis an den Ozean.

Im Eis des Isfjords

Der Isfjord ist sicherlich einer der Orte, die den tiefsten Eindruck hinterlassen. Täglich treiben hier Eisriesen von bis zu hundert Metern Höhe durch die polare Meerenge. Mal funkeln sie im Sonnenlicht, mal enthüllen ihre Wände tiefes, stilles Blau, wenn sich der Himmel bewölkt. Über ihnen kreisen Seevögel, die die fischreichen Gewässer für sich nutzen.

Sermeq Kujalleq, Grönlands gewaltige Eiszunge

Vielleicht haben Sie den Jakobshavn Isbræ oder Sermeq Kujalleq bereits von Sermermiut aus gesehen. Einer der wenigen Gletscher der Welt, der Eis direkt bis zum Meer transportiert, und zugleich einer der aktivsten überhaupt.

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Der Sermeq Kujalleq ist der größte eisproduzierende Gletscher Grönlands. Er allein entwässert sieben Prozent des gesamten grönländischen Eises. Er ist schlicht und einfach der größte Eisberglieferant der nördlichen Hemisphäre.

 

Jean Krug, Glaziologe und PONANT-Naturführer

Am Isfjord führen ausgeschilderte Wanderwege entlang, die für alle zugänglich sind. Einer davon führt zum Isfjordscentret – einem Zentrum für Forschung und Bildung, mit Ausstellungen und einem Kino.

Wer noch näher heran möchte, bricht per Boot auf – und findet sich plötzlich inmitten einer Stille, die nur das leise Knacken und Ächzen des Eises füllt.

Sermeq Kujalleq Ilulissat Grönland

Diskobucht: Natur in ihrer reinsten Form

Die Diskobucht erstreckt sich über mehr als 400 Kilometer an der Mündung des Isfjords, dort, wo das Wasser der Baffinsee beginnt. Neun Gletscher – darunter der Sermeq Kujalleq – entlassen hier ihre Eismassen. Die Bucht ist einer der wichtigsten Zugwege für Grönlandwale und Finnwale, gelegentlich auch für Belugas und Narwale. Wenn die Sonne ihre Lichtkanten an den hohen Flanken treibender Eisberge bricht, wird die Bucht zu einem der stillsten und gleichzeitig imposantesten Orte der Arktis.

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Wenn das Eis im Herzen des Isfjords bricht und sich neu ordnet, lösen sich schließlich einzelne Berge und treiben in die Gewässer der Diskobucht – wo man sie in ihrer ganzen Unermesslichkeit erleben kann. Das ist schlicht großartig.

 

Jean Krug, Glaziologe und PONANT-Naturführer

Die Eisberge ziehen nach Süden, in Richtung der kanadischen Küste. Wer seinen Aufenthalt in Ilulissat abrunden möchte, findet auf der Diskoinsel – oder Qeqertarsuaq, was in der Landessprache „große Insel” bedeutet – eine ebenso beeindruckende Naturwelt. Das gleichnamige Dorf wird zum Ausgangspunkt einer anderen, ganz eigenen Begegnung mit Grönland.

Diskobucht Grönland

 

Bildnachweis: ©PONANT / Marvin Kuhr / Julien Fabro / ©Studio PONANT / Nathalie Michel / Servane Roy-Berton / Julie Lacombe

Ilulissat Grönland

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