Der Heilige Gral der Arktis
Der nördliche Pol der Unzugänglichkeit im Herzen des Arktischen Ozeans zieht Arktis-Entdecker seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts an. Als der am weitesten vom Land entfernte Punkt in dieser polaren Umgebung wird er manchmal als der Nemo-Punkt der Arktis bezeichnet und bleibt schwer erreichbar.
Ein symbolischer Pol
Mehr als 1.000 Kilometer trennen den nördlichen Pol der Unzugänglichkeit von den nächstgelegenen Landmassen, nämlich der Ellesmere-Insel in Kanada, der Henrietta-Insel in der Ostsibirischen See und der Insel Komsomolez im russischen Archipel Sewernaja Semlja. Er wurde erstmals 1909 vom russischen Admiral Alexander Koltschak erwähnt und um 1920 vom kanadischen Entdecker Vilhjálmur Stefansson offiziell festgelegt, wobei sich seine Lage dank der Satellitentechnologie seitdem leicht verändert hat.
Seine aktuellen geographischen Koordinaten sind 85°48′ Nord, 176°09′ West. Er unterscheidet sich somit vom Geographischen Nordpol, der die Erdrotationsachse markiert (504 km entfernt), und vom nördlichen magnetischen Pol, dem sich bewegenden Punkt, an dem die Linien des Erdmagnetfelds zusammenlaufen.
Point Nemo: noch weiter entfernt
Obwohl er weit vom Land entfernt liegt, ist der nördliche Pol der Unzugänglichkeit nicht der isolierteste Ort der Welt. Point Nemo befindet sich im Südpazifik, 2.688 km von der nächsten Küste entfernt (Koordinaten: 48°52′ Süd, 123°23′ West).
Ein begehrter Ort
Den nördlichen Pol der Unzugänglichkeit zu erreichen, gilt als eine der großen Herausforderungen der Polarforschung. Die Abgeschiedenheit, die Eisdrift und die extremen Bedingungen machen dies zu einem gefährlichen und ungewissen Unterfangen. Sir Ernest Shackleton träumte davon, erreichte ihn aber nie. 1928 soll der Australier Sir Hubert Wilkins der Erste gewesen sein, der ihn bei seiner Überquerung des Arktischen Ozeans überflog.
Seitdem haben mehrere Expeditionen versucht, diesen mythischen Punkt auf dem Packeis zu erreichen. Der britische Entdecker Jim McNeill unternahm zwischen 2000 und 2010 mehrere erfolglose Versuche auf Skiern. Doch am 12. September 2024 wurde das PONANT-Schiff Le Commandant Charcot unter dem Kommando von Kommandant Étienne Garcia das erste Schiff der Welt, das diesen Punkt erreichte. Diese Leistung wurde durch das Hochpolar-Expeditionsschiff mit seinem einzigartigen Design ermöglicht, das einen hybridelektrischen Antrieb und Flüssigerdgas umfasst.
Ein einzigartiges Naturlabor auf der Welt
Neben der symbolischen Bedeutung einer solchen Leistung ist die Erforschung dieses Gebiets von unbestreitbarem wissenschaftlichem Interesse. Dank des PONANT Science-Programms konnten zwanzig Wissenschaftler das Packeis an Bord der Commandant Charcot untersuchen. Die Dicke des Eises zu messen, seine Entwicklung zu beobachten und Spuren von Plastikverschmutzung fernab jeglicher menschlicher Aktivität aufzuzeichnen, sind unschätzbare Aufgaben für die Zukunft dieser wenig bekannten Orte und des gesamten Planeten.
Bildnachweis: ©Studio PONANT/O. Blaud, A. Le Guen
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