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Das andere Spanien: der wilde Südosten

le sud est de l’Espagne

Kontraste und Wunder zwischen Küsten und Wüsten

Naturschutzgebiete wie Oasen in den Kulturlandschaften des Südens. Weite Wüstenlandschaften, die an ferne Kontinente erinnern. Versteckte Buchten, die man für sich allein hat. Weiße Dörfer, die sich in Berghänge schmiegen. Und über allem: ein Licht, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Der Südosten Spaniens ist eines jener Reiseziele, von denen man noch kein fertiges Bild im Kopf hat – das man dafür mit unvergesslichen Erinnerungen wieder verlässt.

Die Wüste Tabernas: Schauplatz großer Geschichten

Es war einmal im Osten Spaniens … genauer gesagt im Herzen der Provinz Almería. In den 1960er-Jahren entdeckten Filmemacher aus aller Welt die Wüste Tabernas: die gnadenlose Sonne, die schroffen Canyons, die Weite – alles, was so sehr an den Wilden Westen erinnert, dass es kaum zu unterscheiden war von „echten“ Drehorten in Arizona oder New Mexico. Lawrence von Arabien, Indiana Jones, die Western von Sergio Leone – sie alle wurden hier gedreht, im einzigen Halbwüstengebiet Europas. Von einstmals vierzehn Außenstudios sind heute die Westernstädte Mini Hollywood und Fort Bravo für Besucher geöffnet. Wer durch diese Kulissen geht, wandelt gleichzeitig durch die Geschichte des Films.

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Cabo de Gata: wenn die Wüste am Meer endet

Hier trifft staubtrockenes Land auf kristallklares Wasser, als wäre diese Nachbarschaft vollkommen naheliegend. Der Cabo de Gata – die südlichste Spitze Ostspaniens, dem afrikanischen Kontinent zugewandt – ist ein Naturpark vulkanischen Ursprungs, der auf fast 40.000 Hektar eine Artenvielfalt beherbergt, die man in einer solchen Landschaft nicht erwartet. Entlang von 60 Kilometern Küste gedeihen Agaven, Zwergpalmen, Jujube-Bäume und Mastixsträucher. Wer durch dieses Gebiet wandert, begegnet Chamäleons, Greifvögeln, Füchsen und gelegentlich sogar einem kleinen Wildschwein. An den Kreideklippen und schwarzen Felsen liegt das Meer in einem Blau, das man nicht beschreiben kann. Unter Wasser: ein unglaublich vielfältiges Unterwasserleben. Die UNESCO erkannte das früh – schon seit 1997 ist Cabo de Gata Biosphärenreservat.

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Die weißen Dörfer der Provinz Málaga

In den Bergen Andalusiens klammern sich Dörfer an Felsen, die heller strahlen als der Himmel im August. Getünchte Fassaden, enge Gassen im Schatten, prachtvolle Blumen an den Fenstersimsen – die weißen Dörfer der Provinz Málaga sind das lebendige Gedächtnis einer Region, die sowohl maurisches als auch christliches Erbe in sich trägt. Wer dem Trubel der Costa del Sol entfliehen möchte, findet hier eine andere Art von Schönheit. Das wunderschöne Städtchen Ronda besticht mit seinen Brücken über der atemberaubenden Schlucht, den maurischen Bädern und der Stierkampfarena, die zu den ältesten Spaniens zählt. Das Nachbardorf Mijas, einst Treffpunkt der Künstlerszene der 1950er-Jahre, liegt eingebettet in einen majestätischen Pinienwald. Und weiter im Osten, in der Provinz Granada, wartet Frigiliana mit einem unverstellten Blick auf das Mittelmeer.

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El Caminito del Rey: ein Weg wie ein Balanceakt

Es gibt Wege, die einfach ganz besonders sind. Der Caminito del Rey gehört dazu. In der Sierra de Málaga, bei El Chorro, schmiegt sich dieser Pfad aus Holz, Seilen und Stahl an die Felswände der Gaitanes-Schlucht – bis zu 300 Meter über dem Fluss Guadalhorce. Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, um zwei Dörfer zu verbinden, verdankt er seinen Namen König Alfonso XIII., der ihn 1921 persönlich begangen haben soll. Auf mehr als drei Kilometern Länge eröffnet sich ein Panorama, das einem die Sprache verschlägt. Und wer möchte, geht tiefer in den Naturpark Ardales hinein – wo mehr als zwanzig Höhlen mit jungsteinzeitlichen Felsbildern auf Entdecker warten.

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Natur pur: wilde Strände zwischen Murcia und Málaga

Kein Sonnenschirm, keine Strandbars, kein Lärm. Nur Sand, Wasser und das Gefühl, ganz allein zu sein im Paradies. In den Nationalparks im Südosten Spaniens finden sich eine Reihe solcher Orte – Buchten und Strände, von denen man wissen muss, um sie zu erreichen. Der Strand von Calblanque in der Provinz Murcia zeichnet sich durch seinen feinen, goldenen Sand aus. Weiter südlich, im Naturpark Cabo de Gata-Níjar, empfängt die weitläufige Bucht La Playa de los Genoveses den Besucher. Noch etwas südlicher, an der sogenannten Tropenküste der Provinz Granada, wartet die bezaubernde Bucht Rijana. Und schließlich, bei Nerja nahe Málaga, endet dieser Streifzug an der Caleta de Maro – einem verborgenen Strand, an dem ein natürlicher Wasserfall ins Meer fällt.

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Römisches Forum in Cartagena und Alhambra in Granada: Geschichten aus Stein

In Südspanien haben unterschiedlichste Kulturen ihre Spuren hinterlassen – und miteinander eine neue Kultur geschaffen. In Cartagena prägen die Überreste des römischen Reiches das Gesicht der Stadt: Amphitheater, Forum, Thermen aus einer Zeit, in der das Mittelmeer das Zentrum der Welt war. Weiter südlich, in Granada und durch ganz Andalusien, überwiegt das Erbe des Königreichs Al-Andalus. Und an der Spitze dieses Erbes steht die Alhambra – jener Palast, in dessen kunstvolle Garten- und Gebäudeanlage bis heute spürbar ist, dass hier einst eine frühere Hochkultur ihre Ideale und Werte in Stein gegossen hat.

Sierras und Nationalparks im Osten Andalusiens

Kaum eine Region Europas vereint in so großer Nähe so viele Klimazonen und Landschaften. Vor den Toren Granadas erhebt sich die Sierra Nevada, deren alpines Klima in krassem Gegensatz zu den dürren Ebenen darunter steht: Mit dem fast 3.500 Meter hohen Mulhacén empfängt hier das höchste Skigebiet Spaniens und das südlichste Europas seine Besucher. In der Provinz Málaga gibt sich die Sierra de las Nieves bescheidener in der Höhe, dafür umso üppiger in ihrer Tierwelt. Seit 1995 ist sie UNESCO-Biosphärenreservat – eine Entscheidung, die man hier bei jedem Schritt versteht.

Crédits photos :  © Istock

Tourisme : Nouvelle-Calédonie, vue rapprochée sur le lagon turquoise avec l'île du pin en arrière plan

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