Auf einen Blick: Die Marquesas-Inseln
Smaragdgrüne Vulkangipfel, uralte Tikis und Traditionen, die bis heute lebendig sind: Die Marquesas zählen zu den entlegensten bewohnten Inseln der Welt – und genau das macht ihren Reiz aus. Wie Sie am besten dorthin gelangen, welche Insel zu Ihnen passt und was Reiseleiterin Aniata Kimitete Besuchern gerne mit auf den Weg gibt, erfahren Sie hier.
Ein besonderer Archipel in Französisch-Polynesien
Smaragdgrüne Vulkangipfel, die sich rund 1.500 Kilometer nordöstlich von Tahiti aus dem weiten Südpazifik erheben … Diese Abgeschiedenheit erklärt, warum sich die Kultur der Marquesas so deutlich vom Rest Polynesiens unterscheidet. Damit Ihnen auf Ihrer Reise nichts von Landschaft und Tradition entgeht, finden Sie hier einige Empfehlungen – ergänzt um die Perspektive von Aniata Kimitete, einer einheimischen Reiseleiterin.
Wo sind die Marquesas-Inseln?
Die Marquesas gehören zu den fünf Archipelen Französisch-Polynesiens – neben den Gesellschaftsinseln, den Tuamotu, den Austral-Inseln und den Gambierinseln. Fernab jedes Kontinents liegen die Inseln südlich des Äquators und zählen zu den entlegensten bewohnten Landstrichen der Welt. Bis nach Hawaii sind es 3400 Kilometer, von Tahiti aus etwa 1600. Traditionell unterteilen wir die 14 Inseln des Archipels in die nördlichen und die südlichen Marquesas.
Weit weg ist das eine. Aber wie kommt man hin?
Aufgrund dieser Lage beginnt eine Reise hierher immer in Tahiti (Gesellschaftsinseln), das per internationalem Flug erreicht wird. Von dort stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen. Zunächst das Flugzeug: Mehrere wöchentliche Verbindungen bringen Sie von Papeete in rund dreieinhalb Stunden nach Nuku Hiva oder Hiva Oa, den beiden Hauptinseln, und auch zwischen einzelnen Inseln gibt es Inlandsflüge.
Die zweite Möglichkeit führt über das Meer: Wer abenteuerlustig ist, wählt die Überfahrt per Segelboot – Dauer und Komfort hängen dabei stark von Wind und Wellen ab. Ungewöhnlicher, aber möglich: eine rund zweiwöchige Passage an Bord eines Versorgungsfrachters.
Eine Kreuzfahrt in der Südsee – der beste Weg, die Marquesas zu entdecken
Am einfachsten und komfortabelsten ist die Reise sicherlich mit einem Kreuzfahrtschiff. Schon 48 Stunden genügen, um die Marquesas zu erreichen, mit möglichen Zwischenstopps auf den Insen des Tuamotu-Archipels auf dem Hin- oder Rückweg. Für eine umfassendere Erkundung der Inseln empfehlen sich Routen, die beide Inselgruppen verbinden – die nördlichen und die südlichen Marquesas.
Dank ihrer Beweglichkeit erreichen die Schiffe auf dem Seeweg auch die entlegensten Buchten und Täler – leichter, als es auf dem Landweg möglich wäre. Und die Fahrt entlang der Steilküsten und Wasserfälle bleibt schlicht unvergesslich.
Warum die Marquesas-Inseln besuchen? Erleben Sie die Magie von „Te Henua Enata“, dem Land der Menschen
Auf den Marquesas sucht man Lagunen und Korallenriffe vergeblich: Diese grünen Vulkaninseln ragen über 1.000 Meter aus dem Pazifik empor, mit schroffen Hängen und spektakulären, von Wolken umhüllten Gipfeln. Schwindelerregende Klippen, durchzogen von silbrigen Wasserfällen, fallen steil ins Meer ab. In den tief eingeschnittenen Tälern verbergen sich monumentale, in Stein gehauene Skulpturen. Landschaften wie diese finden Sie nirgendwo sonst in tropischen Breiten – die Wildheit und Ursprünglichkeit der Marquesas übt auf jeden Besucher eine fast mystische Faszination aus.
Auf diesem von der Welt abgeschiedenen Fleck Erde entwickelte sich über das zweite Jahrtausend hinweg eine eigenständige Zivilisation. Ihre Spuren lassen sich heute an archäologischen Stätten ansehen, manche davon teilweise von der Überwucherung durch den Wald gerettet. Monumentale steinerne Tikis und rätselhafte Gravuren zeugen von der engen Verbindung zwischen den „Enatas“ – den Menschen – und der sie umgebenden Natur.
Diese Eigenständigkeit lebt in Traditionen fort, die die Marquesaner gerne mit ihren Gästen teilen. Gesang, Tanz, Handwerk und die Kunst des Tätowierens gehören zum Alltag der Inselbewohner. Alles entsteht in Handarbeit, mit überlieferten Gesten und einem einzigartigen Können.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Verbindung in den Tikis: stilisierten Figuren aus Holz oder Stein, die Gottheiten und verehrte Vorfahren verkörpern. Manche sind klein und unscheinbar, andere von monumentaler Größe. Mit gespreizten Beinen und den Händen auf dem Bauch wirken sie zugleich kraftvoll und geheimnisvoll – als stille Wächter einer Kultur, die auf den Marquesas bis heute spürbar ist.
UNESCO Welterbe – ein entscheidender Schritt zum Schutz und zur Weitergabe der marquesanischen Kultur
Seit Juli 2024 zählen die Marquesas zum UNESCO-Welterbe, und zwar sowohl für die kulturellen Besonderheiten als auch aufgrund der natürlichen Umgebung. Für diese Anerkennung haben die Marquesaner hart gearbeitet und entschieden gekämpft. Gewürdigt wurden damit die natürliche Schönheit und der kulturelle Reichtum der Marquesas – aufgrund mehrerer Stätten, die für die jahrtausendealte Identität der Inselbewohner und die unersetzliche biologische Artenvielfalt der Region stehen.
Welche Inseln sollten Sie auf den Marquesas besuchen? Sehen Sie alle Highlights
Von den 14 Inseln des Archipels sind nur sechs bewohnt und haben insgesamt weniger als 10.000 Einwohner. Aniata Kimitete, marquesanische Reiseleiterin mit einer Leidenschaft für Geschichte und Traditionen ihrer Heimat, stellt die Besonderheiten jeder einzelnen Insel vor.
Wann reist man am besten auf die Marquesas? Die richtige Reisezeit wählen
Auf den Marquesas liegen die Temperaturen ganzjährig zwischen 22 und 30 Grad, im Schnitt bei 28 Grad. Das Klima ist tropisch-feucht, die Niederschläge geben den Rhythmus der Jahreszeiten vor. Da der Archipel nahe am Äquator liegt, liegt er nicht in der Zugbahn tropischer Wirbelstürme. Die sogenannte „kühle“ Saison von September bis Dezember gilt als angenehmste Reisezeit: Die Passatwinde sorgen für Abkühlung, und die Niederschläge fallen geringer aus.
Wer individuell reist, sollte Verbindungen zwischen den Inseln – ob per Flugzeug oder Boot – frühzeitig buchen. Auf allen Inseln außer Fatu Hiva und Tahuata gibt es Flugplätze. Zwei Fährverbindungen bedienen die nördlichen und die südlichen Inseln.
Und schließlich: Ein einheimischer Guide für Ihre Ausflüge lohnt sich in jedem Fall! Diese Fachleute vermitteln kulturelle Hintergründe, die weit über die reine Schönheit der Orte hinausgehen.
Aniata Kimitete, marquesanische Reiseleiterin, im Gespräch
Aniata Kimitete
Aniata Kimitete stammt aus Nuku Hiva und hat, abgesehen von einer kurzen Zeit für ihr Studium, ihr ganzes Leben auf ihrer geliebten Insel verbracht. Seit 2013 arbeitet sie als Reiseleiterin, unter anderem an Bord der Paul Gauguin, wo sie Gäste bei der Entdeckung und dem Verständnis der polynesischen Identität begleitet. Damit führt sie das Werk ihrer Eltern fort, die maßgeblich zur internationalen Anerkennung der Marquesas beigetragen haben: Ihr Vater Lucien war Bürgermeister von Nuku Hiva, ihre Mutter Debora Vorsitzende des ersten Tourismuskomitees und engagiert im Umweltschutz.
1. Was möchten Sie Menschen mitgeben, die die Marquesas zum ersten Mal besuchen?
Mir ist wichtig, dass die Besucher verstehen: Unsere Geschichte beginnt nicht mit den Europäern! Wir sind Erben einer über tausend Jahre alten Zivilisation, und wir sind sehr stolz auf unsere Kultur und unsere Traditionen. Unser Archipel nimmt innerhalb Polynesiens wirklich eine besondere Stellung ein.
2. Was macht die Marquesas so besonders?
Da ist zunächst die marquesanische Sprache, dazu die Geschichte, denn dies waren die ersten Inseln, die von Europäern kolonisiert wurden. Auch das Kunsthandwerk ist eigenständig, Motive und Verzierungen unterscheiden sich von denen der übrigen Inseln Französisch-Polynesiens. Ein weiteres Beispiel: Durch die verwendeten endemischen Pflanzen duftet unser Monoi-Öl anders als das aus Tahiti – hier nennen wir es übrigens „Pani“.
Was aber an den Marquesas vor allem beeindruckt, ist eine Kraft, eine Energie, die man überall spürt. Dieses „Mana“ hinterlässt bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck, sie werden zu engagierten Botschaftern. Der Empfang und die menschliche Wärme berühren sie tief. Oft höre ich: „Ihr wirkt wirklich glücklich!“
3. Zum Abschluss ein kulinarischer Moment: Was sollte man auf den Marquesas unbedingt probieren?
70 Prozent unserer Ernährung stammt aus dem Meer: Meeresfrüchte, Krebse und Langusten sind köstlich! Bei den Fleischgerichten kosten Sie am besten zwei typische Spezialitäten, die bei uns sonntags im Familienkreis auf den Tisch kommen: Ziege in Kokosmilch und gedünstetes Schwein.
Bildnachweise: ©F. Courrège ; ©Studio PONANT / L. Patricot / L. Payan / T. Garnier / J. Leclercq ; ©TMK ; © A. Kimetete
Mit PONANT zu den Marquesas-Inseln
Freuen Sie sich darauf, die entlegensten Inseln der Südsee zu entdecken.








