Das Korallenmeer von Australien bis Vanuatu
Westlich des Pazifiks, jenseits der Nordostküste Australiens, zwischen Papua-Neuguinea und Neukaledonien, Vanuatu und den Salomonen: das Korallenmeer. Eine Welt aus verstreuten Inseln – manche unbewohnt, manche kaum bekannt – und mitten hindurch findet man das größte Korallenriffsystem der Erde, das Great Barrier Reef, mit seiner unvergleichlichen Unterwasserwelt.
Eine Nacht im „weißen Paradies“ von Whitsunday verbringen
Rund 50 Kilometer vor der Küste Queenslands, nahe dem kleinen Badeort Airlie Beach, liegen die 74 Inseln des Whitsunday-Archipels – umgeben von klarem Wasser, abgeschiedenen Buchten und stillen Stränden in Sichtweite des Great Barrier Reefs. Auf Deutsch werden die Inseln auch die „Pfingstsonntaginseln“ genannt. Die schönste unter ihnen ist die Insel Whitsunday mit ihrer Whitehaven Beach: sieben Kilometer feiner Silikatsand, gesäumt von tropischem Grün. Vom Aussichtspunkt am Hill Inlet blickt man auf das Zusammenspiel von Sand, Ebbe und Flut – ein Farbenspiel aus Blau und Grün, das sich mit jeder Tide neu erfindet.
Wer länger bleiben möchte, kann genau das tun: mit einer Campingerlaubnis des Whitsunday Islands National Park. Wenn die Tagesbesucher aufbrechen, gehört dieser Fleck Erde Ihnen fast ganz allein.
Das Herz des Great Barrier Reefs am Hardy Reef überfliegen
2.300 Kilometer lang, fast 350.000 Quadratkilometer groß – das Great Barrier Reef ist vom Weltall aus sichtbar und beherbergt rund 400 Korallenarten, 1.500 Fischarten, 4.000 Weichtierarten (wie Schnecken, Muscheln oder Tintenfische) und 240 Vogelarten. Seit 1981 steht es auf der UNESCO-Welterbeliste. Das ist Natur in einem Ausmaß, das kaum zu fassen ist.
Am Reefworld-Ponton, der am Hardy Reef vertäut liegt, rückt dieses Ökosystem auf Armlänge heran. Schnorcheln, tauchen oder durch das Fenster eines Semi-Tauchboots beobachten – jeder hat die Möglichkeit, dieses Wunder aus der Nähe zu betrachten. Eine begrenzte Zahl von sogenannten Reefsleepers kann dort sogar unter freiem Himmel übernachten. Wer es von oben sehen möchte: Ein Hubschrauberflug führt über das Heart Reef, jene herzförmige Korallenformation, die dem Riff seinen romantischsten Moment schenkt.
In der Naturpool-Lagune der Oro-Bucht auf der Kiefern-Insel schwimmen
Die Île des Pins – auf Deutsch: Kiefern-Insel – liegt am südlichen Ende Neukaledoniens. Ihren Namen verdankt sie Admiral James Cook, der 1774 als Erster den Fuß auf die Insel setzte und von den majestätischen Kolonnenkiefern beeindruckt war, die bis heute die Landschaft prägen.
An Bord eines Auslegerkanus lässt sich die Baie d’Upi erkunden. Wer weiter möchte, wandert zum Gipfel des Pic N’Ga oder zur Grotte de la Reine Hortense. Der schönste Weg jedoch führt einem schmalen Sandpfad entlang zu einem Becken, das das Riff selbst geformt hat: die Naturpool-Lagune von Oro. In diesem kristallklaren, korallgerahmten Bassin leben Tausende von bunten Fischen. Erreichbar ist die Île des Pins auch per Kleinflugzeug ab Nouméa – mit Blick auf den Grand Lagon Sud, einer von sechs Lagunen Neukaledoniens, die zum UNESCO-Welterbe zählen.
Salomonische Holzkunst auf der Insel Santa Ana entdecken
Santa Ana – auf Melanesisch Owaraha – ist eine kleine Koralleninsel im Salomonen-Archipel, östlich von San Cristóbal gelegen. Die Insel ist bekannt für ihre Holzschnitzkunst: Zeremonialschalen, Paddel, schlanke Keulen, Bugfiguren von Kriegspirogen. Schwarzes Holz, schlichte Formen, weiße Motive – dazu eingearbeitete Muscheln, Perlmutt, Tridacna-Schalen und Schildkrötenpanzer. Für die Menschen hier sind es Objekte, die Beziehungen sichtbar machen: zwischen Menschen, zwischen Lebenden und Toten, zwischen dieser und anderen Welten.
Auf Santa Ana leben Fischer und Gärtner, und das Leben der Gemeinschaft pulsiert im Rhythmus von Musik, Gesang und Tanz – bei rituellen Feiern, bei besonderen Anlässen, oder ganz einfach als Willkommensgruß für Gäste.
Der Women’s Water Music in Vanuatu lauschen
Nördlich von Neukaledonien liegt Vanuatu mit seinen 83 Inseln. Die größte davon, Espiritu Santo – kurz: Santo – ist zugleich eine der eindrücklichsten: Vulkanreliefs, feine Sandstrände, türkisfarbene Lagunen und die berühmten Blauen Löcher. Der Westteil der Insel ist wild und zerklüftet, während sich im Osten und Süden weite Ebenen erstrecken, durchzogen von kleinen, abgelegenen Dörfern.
Hier kann man zur Ruhe kommen und das Tempo des Lebens etwas bremsen. Und wer in Santo ist, sollte eine Begegnung suchen, die es so nirgendwo sonst gibt: die Women’s Water Music. Frauen treten in die Flüsse und bringen das Wasser mit Händen und Armen zum Klingen – schlagen, streichen, schöpfen. Eine uralte Kunst, die von Mutter zu Tochter weitergegeben wird und in dieser Form einzigartig auf der Welt ist.
Unberührte Rifflandschaften, türkisfarbene Lagunen, lebendige Kulturen und Menschen, die ihre Traditionen mit Stolz bewahren: Das Korallenmeer ist mehr als eine Destination. Es ist eine Begegnung – mit einer Natur und dem Leben mit ihr, das in dieser Form selten geworden ist.
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Mit PONANT ins Korallenmeer
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